BAIKAL
ICE MARATHON Clean Water Preservation Run

Baikalsee Eismarathon-2006 by Matthias Pflumm

 

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Der Baikalsee Eismarathon hält, im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder - dem sibirischen Eismarathon in Omsk, alles was er verspricht: er ist ein echter Marathon und er führt 42,195 Kilometer ausschließlich über Eis, den gefrorenen Baikalsee.


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Der Baikalsee Eismarathon findet statt im Rahmen der Winteriada, einem Winter-Sportfestival in Irkutsk und hat den deutschen Mitveranstalter Baikal-Express aus Vogtsburg im Kaiserstuhl. Im Jahre 2006 gab es insgesamt 28 Teilnehmer, 17 Deutsche und 11 Russen, so dass es mir als Genussläufer erstmalig gelang, bei einem Marathon unter die ersten zehn zu kommen.


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Die Rennstrecke führt von Tankhoi nach Listvianka. Listvianka ist ca. 70 km von Irkutsk entfernt und von dort aus der am nächst gelegene Ort am See. Der auf der anderen Seite gelegene Ort Tankhoi liegt in Burjatien und besteht eigentlich nur aus einem Bahnhof durch welchen die transsibirische Eisenbahn fährt, aber nie anhält. Nach Tankhoi gelangten wir von Listvianka aus mit Kleinbussen frühmorgens über das Eis.


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Erster Blick auf den gefrorenen Baikalsee. Nach der Landung in Irkutsk mussten wir zunächst sicherstellen, dass der See überhaupt zugefroren war.


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Das Eis war zwischen 1 und 2 Meter dick, stark genug um sogar 20-Tonner zu tragen.


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Das Eis war unglaublich glatt und klar, man konnte durch das Eis den Grund des Sees sehen.


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Nach der Eis-Überprüfung fuhren wir Richtung Sayangebirge in ein burjatisches Dorf, um dort unsere "Pasta-Party" zu feiern.


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Die buddhistische "Dorfkirche" von Arshan ...


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... und der Wald um den Tempel.


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Das Ziel unserer Reise, die Thermalquellen von Shemchug ...


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... wo wir mit einer Handvoll trinkfreudiger Russen unsere private kleine Pastaparty feierten (auch wenn Wodka und geräucherter Speck nicht gerade zu den klassischen Zutaten einer Pastaparty zählen).


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Am nächsten morgen um 7 Uhr nach dem Frühstück trafen wir uns vor dem Hotel in Listvianka am See und bestiegen die 6 Minibusse, welche uns über den See bringen sollten. Mit dabei Schneescooter und ...


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... ein Luftkissenboot, welches uns ständig begleitete. Im Hintergrund der eingefrorene Hafen von Listvianka. Die Temperatur betrug -17 Grad, für sibirische Verhältnisse geradezu moderat.


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Zunächst ging es noch etwas am Ufer entlang, bei aufgehender Sonne ...


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... vorbei an bizarren Eisformationen ...


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... bis wir in die Richtung zum anderen Ufer abdrehten.


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Das in der Mitte des Sees gelegene Eiscamp Meridian 105, eine meteorologische Station, welche exakt auf dem 105. Längengrad liegt.


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Orientierungshilfe in der Eiswüste.


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Das Eis ist mal spiegelglatt ...


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... mal undurchdringbar ...


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... alles äusserst ungeeignet für eine Marathonstrecke.


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Schon fast am anderen Ufer.


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Kurz vor dem Start, der Veranstalter hatte einen ausgeprägten Ordnungssinn.


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Erste Positionskämpfe im Schnee.


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Auch Langläufer waren dabei.


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Die Laufstrecke ist recht flach ...


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... und über weite Teile mit Fähnchen markiert.


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Während des Laufs herrschte kein Gedränge.


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Die schnellste Frau, Elenea Tabanakowa (3:54:35). Der Sieger Arkadi Kalichman, ein Physik-Professor aus Irkutsk lief den Marathon in 3:43:22. Der Marathon war schwer zu laufen - ich konnte einfach keinen Rhytmus finden, da der Untergrund sich ständig änderte.


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Das Hauptproblem war allerdings nicht der Untergrund, sondern der sog. Barguzin. Dieser Baikalwind wurde immer stärker, je weiter wir uns vom Ufer entfernten. Laut Veranstalter hatte der Wind bis zu 8 m/s, was bei -15 Grad einer gefühlte Temperatur von –35 Grad entspricht.


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Als mobile Verpflegungsstationen dienten die Minibusse, welche die Laufstrecke auf und ab fuhren.


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Das andere Ufer ist schon ganz nah.


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Der sehr mobile Zieleinlauf.


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Geschafft!


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Die obligatorische "Eistaufe" nach erfolgreicher Seeüberquerung.


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Mit Mr. Ultra, Stefan Schlett.


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Endlich in der Banja: Flüssigkeitsausgleich nach Lauf und Eistaufe.


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Nach der Banja fuhren wir in ein burjatisches Fischerdorf um den desolaten Elektrolythaushalt mit einheimischer Kost auszugleichen. Burjaten mögen vor allem Fleisch, Milch und, am See, natürlich Fisch. Obst und Gemüse gibt es eher selten. Hier sehen wir Sig, eine Art Felchen und Omul, eine Fischart die es nur im Baikalsee gibt.


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Kalt geräucherter Omul.


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Omul-Carpaggio, der rohe Omul wird nur leicht gesalzen. Auf russisch heißt die Speise Sagudai.


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Pozy, auf buriatisch Buuza genannt, sind gedünstete Teigtaschen, gefüllt mit verschiedenen Fleischsorten.


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Neben den üblichen landestypischen Getränken wie Kumys (vergorene Stutenmilch) gab es für uns Deutsche noch ein handfestes Überraschungsgetränk ...


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... zärtliches Tier, ein Wein aus mehreren Ländern der Europäischen Gemeinschaft! So was kann man heutzutage wohl nur noch nach Buriatien exportieren.


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Die Dame war allerdings recht überzeugt von ihrem Getränk, für mich als Genussläufer war der Anstandsschluck jedenfalls eine fast härtere Prüfung als der Eismarathon!


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Nach einem Eismarathon ist Ausgleichssport sehr wichtig.