BAIKAL
ICE MARATHON Clean Water Preservation Run

BaikalSee Marathon

Baikal Ice Marathon

 

Hier der Bericht (ganz unten gibt es viele schöne Bilder) von Kirsten und Jörg aus dem winterlichen Russland:

Es ist nicht zu fassen: wir sind da! Das ganze Theater mit dem  Visum, der Stress beim Packen (3x ein- und genauso oft wieder ausgepackt- da keiner sagen konnte, wieviel Klamotten man braucht)- alles Vergangenheit! Um 8 Uhr (8 Stunden vor deutscher Zeit) landeten wir in Irkutsk- bei Temperaturen um -20°C. Auf dem kurzen Weg zum ca. 400m entfernten Hotel biss die Kälte zu- vor allem die Ohren drohten fast abzufallen…

Die Zeitverschiebung macht sich sehr stark bemerkbar; wir haben beide das Gefühl, kaum zu schlafen. Am nächsten Morgen fahren wir mit Bussen nach Baikalsk- am Ostufer des Baikalsees. Dorthin war der Startpunkt gelegt worden- nach langem Suchen nach dem möglichen Weg über das Eis. Der Winter war erst sehr spät gekommen, der See spät zugefroren und mehrfach wieder aufgebrochen.

Auf der Fahrt lernen wir einige unserer Mitstreiter kennen: absolute Freaks sind darunter- 200km-, 100 Meilen- und alle möglichen Ultras, Marathon am Mt. Everest, Dschungel- Marathon, eine Mehrtages- Tour im Norwegen im Winter, das erforderliche Gepäck auf dem Schlitten hinterher ziehend usw. In Baikalsk angekommen, gab es schon wieder Neuigkeiten: der Startpunkt sollte um 80km nach Osten verschoben werden, d.h. uns stand eine morgendliche Bustour bevor.

Schon am Abend wurde gefachsimpelt wie wohl vor jedem Lauf- was ziehe ich an??? Die wohl allerwichtigste Frage. Die Schuhe wurden vom Zimmer geholt und abstruse Konstruktionen bestaunt (Schrauben in die Gummistollen gedreht, Gummisohlen mit Spikes zum Unterschnallen usw.)
Es gab einige technische Daten zum Ablauf- Verpflegungsstellen ab km10 mit warmem Tee, Wasser, Nüssen und Trockenobst – und eine ebenfalls wichtige Frage: Toiletten. Eine am Start und eine bei km21 (Kommentar von einigen Herren: „Damn, and no tree to hide!!!)

Und nach extrem unruhiger Nacht: Frühstück mit Porridge, Brot, Marmelade, Käse, Wurst, Eiern usw… Das Gepäck wurde in der Halle abgestellt- von dort in´s Hotel auf die andere Seite des Sees gebracht.

Unser Outfit: „Oma“ auf dem Kopf bzw. über den Ohren, Halbmaske,Sonnenbrille, langärmliges anliegendes Shirt, winddichtes kurzes Unterhemd bzw. Vereinstrikot, dünne Vereins- Radjacke, Skihandschuhe, lange Unterhosen, lange Strümpfe (Kirsten noch Socken gegen Blasen), Stulpen für tieferen Schnee, Icebug- Schuhe. Die Startnummer war pfiffigerweise ´ne Weste. Und: Kirsten mit Ipod und Jörg mit Kamera. Gel und Taschentücher- das war´s.

Der Start rückte näher; 150 Starter aus 20 Nationen, davon ca. 120 für die Marathondistanz, hatten sich eingefunden zu dem wohl flachsten Marathon der Welt.
Die Fahne wurde aufgestellt, ein paar Worte gesprochen und los ging´s mit einem Fehlstart- also alle nochmal zurück!

Zunächst ist vom gegenüber liegenden Ufer kaum etwas zu sehen- hinter uns liegen hohe, schneebedeckte Berge. Das Eis ist stellenweise tiefblau und glasklar. Es gibt jede Menge Risse, dünne und breitere... Der Kurs verläuft mit einigen Kurven, so daß immer Läufer zu sehen sind. Rote Markierungsfähnchen aller ca. 80m. Aber das allererste Mal: an der Strecke keine Zuschauer, keine Musik, nichts! Die Sonne wärmt, der Wind kommt schräg von hinten- zunächst…. Die letzten 10km, das Hotel ist schon zu sehen, laufen wir in nordöstlicher Richtung, und haben damit den Wind schräg von vorn- eisig kalt! Wie immer, ziehen sich die letzten km sehr in die Länge; jetzt kommen auch noch ein paar Passagen mit ziemlich „rappeligem“ Eis- und dann ist es geschafft!!

Jörg ist sehr zufrieden mit seiner Zeit und fühlt sich gut und locker. Vom Ziel waren es knapp 100m bis zum Hotel- sehr komfortabel.  Er brachte die Taschen auf´s Zimmer, versuchte, unter der Dusche wieder warm zu werden und kam stadtfein zurück zum Ziel. Mit Folien vom Berlin Marathon… Kirsten läuft normalerweise ca. 45min nach Jörg in´s Ziel- diesmal war es 1 Stunde später. Sie ist nicht zufrieden mit ihrer Zeit, aber fühlt sich auch gut und locker. Aufwärmen und fast einschlafen in der Wanne und danach eine Runde durch Listvyjanka- den Zielort. Am Ziel ist ein kleines Volksfest im Gange.

Und wir alle sind am Abend zum  Abschlussball im Hotel eingeladen- wunderbar gedeckte Tische, viele verschiedene Dinge zu essen, Baikalwodka usw.

Der große Höhepunkt: die Siegerehrung. Der Schnellste benötigte 2:59h- ein Russe. Alle vorderen Plätze (M, HM, Männer, Frauen) wurden von den Russen abgeräumt…
Das war der 10. Baikal Ice Marathon, und deshalb bekam jeder Teilnehmer eine Medaille- die ist richtig schwer, auf einer Seite die Aufschrift:“ Millionen Jahre hat dich der Baikal erwartet“.
Dazu eine Urkunde und ein T- Shirt. Und die ältesten Finisher erhielten eine Medaille aus Acryl-Glas… also Kirsten auch.

Auf dieser Acrylglas- Skulptur mit den Umrissen des Baikals sind die Namen aller Läufer eingraviert.
Die Sensationsmeldung des Abends: ein auf der Laufstrecke liegender Riss war nach Einbruch der Dunkelheit auf 6m! auseinandergegangen! War also die Milch am Anfang unser Glück?
Am nächsten Tag hörten wir, wieviele Erdbeben es hier gibt- und am Lauftag gegen 18 Uhr war eines registriert worden…Zum Schluss wurde tatsächlich noch getanzt, anschließend in die banja… Und am nächsten Morgen wachten wir 10.30 Uhr auf; endlich mal richtig tief geschlafen! Aber: Frühstücksbuffet bis 11 Uhr…

Irkutsk
Auch hier ist Sotschi: Sportler in Eis
Kloster
traditionelle und...
Probelauf: Erster Ausrüstungstest unter realen Bedingungen. Der Berliner Winter bot ja absolut...
Pastadinner im Hotel
Blick auf den fast vollständigen Startbereich, auf dem Weg dahin war für Kirsten die Welt noch in Ordnung
Hier sind 50% der sanitären Anlagen am Start zu sehen. Nach dem Verlassen dieses Häuschens war die blaue Tüte von Kirsten weg...
Vor dem Start musste der Baikalsee-Gott mit einem weißen Getränk (erstaunlicherweise kein Wodka!) milde gestimmt werden.
Start
Jörg im Ziel
Das hohe Gebäude ist das Hotel
Noch immer aktuell: gute Wünsche ...
Natürlich machen wir eine Tour mit dem Hoovercraft in Richtung Angara, ...
Klirrende Kälte und ...
Kultur in Irkutsk
Stars und ihre Schuhe
Seehunde
Tschüss Sibirien
Auch hier Kloster und...
Der rote Platz
Für das Bolschoi-Theater hat bis Sibirien auch die...
 

Viele Grüße

Kirsten & Jörg

 

mit Wappentier (und Jörg)
Auf deutsch: "Wir für eine saubere Stadt"
Klosterkatze
...moderne Baukunst
...keine Möglichkeit zu testen, wieviel Lagen Sachen bei langen Löufen weit unter -10°C notwendig sind
und Frühstück
In blauen Beuteln wurden die Dinge, die man nur auf der Fahrt brauchte, zum Ziel transportiert
...und damit auch ihre Handschuhe!!! Bei fast -20°C fand sie Gott sei Dank einer der Helfer auf einem Luftkissenboot.
In diesem Fall war es "normale" Milch. Von der wurde ein Schluck getrunken und der Rest auf dem Eis verspritzt.
Verpflegungsstation
Kirsten im Ziel
Die Schiffe haben offensichtlich Winterpause
...fürs neue Jahr auf dem Eis
...die nicht weit von hier aus dem Baikal fließt und der einzige Abfluss des Sees ist
...malende Süßwasserrobben
Das Dekabristenmuseum
Markt
Wölfe
Hallo Moskau
...Klosterkatzen
Sotschi-Maskottchen
Galakleidung den Weg angetreten. Immerhin war der eigentliche Anlass unser 30. Hochzeitstag